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Samizdat: Worte der Freiheit in der Tschechoslowakei 1939-1989

Die Ausstellung im Rahmen des Kulturprogramms zum Ehrengast Tschechien bei der Frankfurter Buchmesse 2026 zeigt eine Auseinandersetzung mit der Unterdrückung des freien Lebens durch Diktaturen.

Samizdat ist russisch самиздат, von сам – „selbst“ und издат – Kurzform von издательство, „Verlag“. Als Reaktion auf die strenge Zensur und die staatliche Kontrolle über alle offiziellen Publikationen in der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Ländern während der Zeit des Kommunismus entstand Samizdat mit dem Ziel, von der Regierung nicht als systemkonform eingestufte Literatur und andere Texte heimlich zu reproduzieren und zu verbreiten.

Nachdem staatliche Zensur bereits in der Kaiserzeit und der nationalsozialistischen Besatzung in den Jahren 1939-1945 unterlaufen wurde, entwickelte sich gerade in der Tschechoslowakei in den folgenden Jahrzehnten eine gut organisierte Samizdat-Bewegung: Widerstands-Gruppen gaben ihre geheimen Zeitschriften heraus, Künstler:innen veröffentlichten unerlaubte Bücher. Auch bekannte Autor:innen wie der spätere tschechische Präsident Václav Havel waren Teil der Bewegung.

Zensur hält Literatur nicht auf

Im Fokus der Ausstellung liegt neben der Geschichte vor allem die Materialität, Gestaltung und die diversen Kopierverfahren von Samizdat-Literatur: Vervielfältigungsmaschinen nämlich standen in Tschechoslowakei während der gesamten kommunistischen Ära unter strenger staatlicher Aufsicht und es drohten hohe Strafen. Lediglich Schreibmaschinen waren Privatpersonen erlaubt; an Computer war zunächst noch nicht zu denken und auch in der Spätphase waren diese nur selten verfügbar.  

Samizdat besteht deshalb zu großen Teilen aus händisch abgetippten Typoskripten. Aber auch Durchschläge auf Kohlepapier und andere Vervielfältigungsmethoden wie Mimeographie, ein mechanisches Vervielfältigungsverfahren, sind zu finden. Sie zeigen die kreativen Wege, mit denen die Kulturbewegung im Untergrund gegen das repressive Regime aufbegehrte.

Kooperationspartner und Förderung

Eine Ausstellung der Mährischen Landesbibliothek in Brünn und des Museums für Kommunikation in Frankfurt zum Ehrengast Tschechien der Frankfurter Buchmesse 2026.