Serverschrank im Hintergrund und davor steht KI, also Künstliche Intelligenz

Neue KI-Inseln in unserer Dauerausstellung 

Künstliche Intelligenz durchdringt unseren Alltag. Um die damit verbundenen Anwendungen einordnen und kritisch reflektieren zu können, wurde die Dauerausstellung “Mediengeschichte(n) neu erzählt” um zwei neue Themeninseln erweitert. Sie sind Teil des Themenschwerpunktes “Künstliche Intelligenz und Kommunikation”, den das Museum 2025/2026 initiiert hat.

Denkende Maschinen

In der Themeninsel „Automatisiertes Bauchgefühl“ geht es um die Risiken von KI für unser Zusammenleben und die Demokratie. Allzu oft werden durch KI gesellschaftliche Debatten ausblendet oder der Verbreitung zweifelhafter Umgangsformen, demokratiefeindlicher Meinungen und Falschinformationen Vorschub geleistet. Bias in den Trainingsdaten sorgt für Verzerrungen und verstärkt Stereotype. Die Insel macht deutlich: Die Zukunft hängt davon ab, wie wir KI heute gestalten. Alle Bürger:innen müssen einbezogen werden, damit das Potenzial für Wissenschaft und Forschung genutzt und das Risiko für die Gesellschaft reduziert werden kann.

Ein neues Highlight der Dauerausstellung ist das „sprechende Gemälde“ von Alan Turing. Auf Basis eines historischen Fotos wurde der Mathematiker digital rekonstruiert und mithilfe modernster KI-Technologien „zum Leben erweckt“. Fünf KI-Module ermöglichen ein natürliches Gespräch. Das Museum lädt alle Gäste ein, in einen Dialog mit dem digitalen Porträt zu treten – und dabei nicht nur einem historischen Genie zu begegnen, sondern auch den Möglichkeiten aktueller Technologien.

Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine

Die Themeninsel „Beziehungskisten“ widmet sich der Vermenschlichung von Maschinen in einer Welt, in der KI-Systeme zunehmend als (soziale) Akteure und Kommunikationspartner:innen akzeptiert werden. Dieses Phänomen hat eine lange Tradition. Ansagedienste, sprechende Spielzeuge oder digitale Haustiere zeigen im Verlauf des 20. Und frühen 21. Jahrhunderts eine Annäherung zwischen Mensch und Maschine.

Highlight-Objekte aus der Sammlung verdeutlichen Entwicklungen aus fast 100 Jahren und zeigen, dass die Vermenschlichung von Maschinen eine lange Tradition hat. Von der sogenannten „Eisernen Jungfrau“ einer in den 1930er von der Reichspost eingeführten, automatisierten Telefon-Zeitansage, über den ersten Chatbot „ELIZA“ (1966) bis hin zum humanoiden Roboter „Romi“ (2025) können Besucher:innen technologische Evolutionen und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen nachvollziehen.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit

MESO Digital Interiors GmbH und Videoreality

Gefördert durch

TÜV Süd Stiftung, Hessische Landeszentrale für politische Bildung und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.