
Design-Ikonen der Mediengeschichte
1. Juli bis 31. Dezember 2026
Zum World Design Capital 2026 zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt ausgewählte Objekte der Medien- und Kommunikationsgeschichte in Kombination mit einem neuen, spielerischen Rundgang durch die Dauerausstellung.
Wie wird aus einem technischen Gerät ein Massenmedium? Oft ist es das Design, das darüber entscheidet, ob Kommunikationsmedien ihren Weg in unseren Alltag und schließlich in die Designgeschichte finden. Form, Funktion und Wiedererkennbarkeit verschmelzen – und aus einem Gebrauchsgegenstand wird eine kulturelle Ikone.
Das Museum für Kommunikation Frankfurt präsentiert ab dem 1. Juli 2026 eine besondere Design-Intervention in der Dauerausstellung „Mediengeschichte/n neu erzählt“. Die Objekte zeigen, wie sich Material, Form und Bedienung mit dem technischen Fortschritt wandeln, von frühen Telefonen und Rundfunkgeräten über Phonomöbel und Heimcomputer bis hin zu Mobiltelefonen und digitalen Benutzeroberflächen.
Die Exponate machen deutlich, dass Design technische Innovationen nicht nur begleitet, sondern ihre Nutzung, Wahrnehmung und kulturelle Verankerung entscheidend prägt. So werden sie zu mehr als bloßen Gebrauchsgegenständen, denn sie spiegeln gestalterische, gesellschaftliche und mediale Umbrüche wider, die unsere Lebenswelt bis heute formen.
Finden Sie ausgewählte Objekte in der Dauerausstellung!
Unsere Design-Ikonen finden Sie im Foyer und in unserer Dauerausstellung. Für jedes Objekt wurde ein prägendes Gestaltungselement ausgewählt und als Illustration auf einen Getränkedeckel gedruckt – zusammen mit seiner Geschichte.
Die Besuchenden können sich am Empfang die Deckel abholen und das Spiel starten. Dazu müssen sie die passenden Objekte in den Themenbereichen Teilhabe, Kontrolle, Vernetzung und Beschleunigung unserer Dauerausstellung finden. Die Getränkedeckel sind kostenlos und dürfen selbstverständlich mit nach Hause genommen werden – decken Sie damit den Tisch und lassen Sie Design und Geschichten ins Gespräch kommen!
Presseinformationen finden Sie im Pressebereich.
Auswahl unserer Designikonen

Konzerttruhe Kuba Komet
1959/60 entwirft Gerhard Kubetschek dieses avantgardistische Phonomöbel aus hellem Riegelahorn und dunklem Tropenholz. Das asymmetrisch drehbare Oberteil mit eingebautem Fernseher verbindet technische Funktion mit innovativer Möbelgestaltung.


Telefonapparat Modell Frankfurt
1927 initiiert Harry Fuld im Kontext des Neuen Frankfurt den ersten Gestaltungswettbewerb für Telefonapparate. 1929 wird das Modell Frankfurt im Frankfurter Register vorgestellt. Kastenförmige Gestalt und funktionale Formgebung prägen das Design.


Tischapparat W 48, 1948
Das Gehäuse aus isolierendem Kunstpressstoff (Bakelit) bestimmt die funktionale Materialgestaltung. Die elfenbeinfarbene, aufpreispflichtige Luxusvariante erfordert einen anderen Kunststoff (Duroplast), da Bakelit nur bei dunkler Einfärbung lichtbeständig ist.


Telefonapparat Modell 29 “Hockender Hund”
1929 entwickelt Siemens & Halske mit dem Hockenden Hund ein Telefon, das alle Bedienelemente in handlicher Form vereint. Die außergewöhnliche Gestaltung verdeutlicht die gestalterischen Möglichkeiten des
neuen Werkstoffs Bakelit. Obwohl Siemens das Design patentieren lässt, erfolgt keine Massenfertigung.


Computer NeXT Cube, NeXT Inc., 1989
1985 gründet Steve Jobs die Firma NeXT zur Entwicklung von Computern für das Bildungswesen. Paul Rand gestaltet das Markenzeichen als gedrehten Würfel mit farbig gesetztem Schriftzug. Das Gehäuse aus schwarzem Magnesium-Druckguss entwirft Hartmut Esslinger.


Apple II Europlus, 1979
1977 bringt Apple den Apple II auf den Markt. Als integrierter Heimcomputer mit Gehäuse, Tastatur und Monitor vereinfacht er den Zugang zur Computernutzung. Farbgrafik und modulare Erweiterbarkeit kennzeichnen das Design und erleichtern die Nutzung im privaten Umfeld.


Phonosuper SK 5, 1958
Die reduzierte Kastenform aus lackiertem Stahlblech, Holz und transparentem Plexiglas folgt funktionaler Gestaltung. Mit der neuartigen Plexiglasabdeckung wird der “Schneewittchensarg” stilbildend für Geräte der Unterhaltungselektronik und ein Designklassiker des Jahrhunderts.


Apple Macintosh 128k, 1984
1984 bringt Apple den Macintosh auf den Markt. Das kompakte All-in-one-Kunststoffgehäuse verbindet grafisches Benutzerinterface und Maus als Eingabemedium. Textbasierte Befehle werden durch bildschirmorientierte Interaktion ersetzt. Fenster, Symbole und direkte Bedienung prägen die Gestaltung und beeinflussen nachfolgende Computersysteme.


Volksempfänger VE 301, 1933
Walter Maria Kersting stellt 1933 auf der Berliner Funkausstellung einen Pressstoff-Prototypen des VE 301 vor. Der neue Werkstoff Bakelit ersetzt das traditionelle Holzgehäuse und ermöglicht die Serienfertigung. Neu ist auch die vertikale Anordnung von Empfangsmodul und Lautsprecher. Er wurde zu einem der wichtigsten Propagandainstrumente der nationalsozialistischen Machthaber und zeigt, dass gutes Design nicht vor Missbrauch gefeit ist.


Apple iBook G3, 2000
Das iBook wird als mobiles Pendant zum iMac entwickelt und überführt Desktop-Design in tragbare Computerform. Farbige Kunststoffgehäuse prägen die frühe Gestaltung, weichen später einer reduzierten Form in Weiß und markieren den Übergang zu neuen Designlinien bei Apple.


Nokia 3210, 1999
In diesem Modell ist die Antenne erstmals im Gehäuse eingebaut. Damit entwickelt Nokia eine neuen Formsprache mit, weich gerundetem Design. Austauschbare Ober- und Unterschalen wie Funky Zirkongrün oder Cyber-Fisch erlauben persönlichen Gestaltungsspielraum.


VW Kleinlieferwagen “Fridolin”, 1964
1962 beauftragt die Deutsche Bundespost den Volkswagenkonzern mit einem Sonderfahrzeug für die Post- und Paketzustellung in der Stadt. – sparsamer und kompakter als verfügbare Transporter. Gefordert wurden zwei Kubikmeter Laderaum, 400 kg Nutzlast, 1,50 Meter Innenhöhe, ein Durchgang zwischen Fahrerhaus und Laderaum sowie seitliche Schiebetüren.

Impressionen aus der Ausstellung






Fotos: © Salome Roessler / lensandlight