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Digitale Eröffnung der Ausstellung im virtuellen Museum als Livestream
Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität

 

(Medieninformation PDF)

Die neue Sonderausstellung Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität öffnet am 18. November vorerst im virtuellen Museum. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und dem damit einhergehen Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder kommt das Museum für Kommunikation seinem Bildungs- und Vermittlungsauftrag im November online nach. Wie schon bei der Ausstellung #neuland. Ich, wir & die Digitalisierung wird die analoge Präsentation der neuen Sonderausstellung Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität aufgrund des „Lockdown Light“ bis voraussichtlich 1. Dezember 2020 verschoben. Dafür präsentiert das Museum für Kommunikation im November eine Reihe digitaler Angebote, welche die Ausstellung virtuell erlebbar machen.

So findet die Ausstellungseröffnung am 18. November (19 Uhr) digital statt. Per Livestreaming werden Besucher*innen zuerst filmisch in die Ausstellung eintauchen bevor das Kurator*innen-Team von Katja Weber Besucher*innen mit auf eine interaktive Bildreise durch die Ausstellung nimmt. Fragen im Livechat sind ausdrücklich erwünscht, er wird moderiert von Tine Nowak.

Außerdem erweitert das Museum für Kommunikation die Ausstellung in den virtuellen Raum – gerade in Zeiten der Schließung, vermittelt der Expotizer online spannende Einblicke in die Themenräume der Ausstellung und den dazugehörigen kunst- und kulturhistorischen Kontexten. Mit innovativem Storytelling und einer explorativen Userführung sind die Inhalte unterhaltsam aufbereitet.

Die Ausstellung

Back to Future ist eine Reise zu den technischen Visionen der Zukunft von gestern, die kreative Vordenker*innen entwickelt haben. In Illustrationen und Romanen, auf Postkarten und in Filmen entwarfen sie Bilder, in denen sich die Hoffnungen, Sehnsüchte, Ängste und Unzufriedenheiten der jeweiligen Zeit ausdrücken. Es sind phantastische Bilder und sehr konkrete Ideen – manche Visionen sind bereits selbstverständlicher Alltag geworden, andere haben auf unterhaltsame Weise am Ziel vorbeigeschossen.

Die Ausstellung präsentiert ebenso euphorische wie kritische Technikvisionen zu Kommunikation und Mobilität und erzählt, auf welchem gesellschaftlichen Nährboden sie entstanden. Vielleicht hilft der Blick in diese historischen Zukünfte besser zu verstehen, welche Ängste und Hoffnungen wir heute in unsere Zukunft projizieren. Denn die prägenden Zukunftstechnologien unserer Gegenwart – Roboter, künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos – entdecken wir zum Teil in visionären Entwürfen vergangener Tage.

 

Die Themenräume der Ausstellung

In vier Themenräumen Optimierung des Menschen, Grenzenlose Kommunikation, Überwindung von Raum und Zeit und Suche nach einer anderen Welt ist die Ideengeschichte von 16 ausgewählten Technikvisionen zu Kommunikation und Mobilität unterhaltsam präsentiert. Die Themen stehen für sich, weshalb sich Besucher*innen von den Technikvisionen inspirieren lassen können, von denen sie sich angezogen fühlen. Ein Prolog zu utopischem Denken stimmt auf die Ausstellung ein und im Epilog werden persönliche utopische Szenarien interaktiv angeregt. Schließlich bieten internationale künstlerische Positionen einen sinnlichen Zugang und die Möglichkeit zum Spekulieren: Was wäre, wenn…?

Themenraum 1: Optimierung des Menschen

Kann man den Menschen verändern, anpassen oder gar neu erschaffen? Der Wunsch nach Optimierung findet sich schon in alten Erzählungen der Menschheitsgeschichte. Er offenbart sich in lebensrettenden Implantaten, smarten Sinneserweiterungen oder in Versuchen, Unsterblichkeit zu erlangen.

Ihren Ausgang nimmt diese Entwicklung in der Aufklärung: Der Mensch überlässt seine Entwicklung nicht länger einem möglichen Schöpfer, sondern nimmt sie in seine eigene Hand. Seinen Körper betrachtet er nun viel mehr als Maschine, die durch Eingriffe „repariert” werden kann.

Mit passenden „Ersatzteilen” fällt der wesentliche Grund für den Tod, das Versagen von Körperorganen, weg. Wie sich diese technischen Optimierungen auf das Zusammenleben auswirken, erkunden Science-Fiction Autor*innen in ihren Werken. Die Frage nach Unsterblichkeit ist bis heute Gegenstand gesellschaftlicher Debatten.

Themenraum 2: Grenzenlose Kommunikation

Menschen sollten miteinander kommunizieren können – überall und jederzeit. Dieser Wunsch treibt Visionäre im 19. Jahrhundert an und lässt sie von „Visiofonen“ oder „Telefonen in der Westentasche“ träumen. Sie sind inspiriert von der Telegrafie, die im selben Jahrhundert die weltweite Vernetzung beschleunigt und für das Gefühl vom Verschwinden der Ferne sorgt.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wird das Telefon in Europa alltäglich und durch die Erfindung des Bild- und Mobiltelefons perfektioniert. Mit der Verbreitung des Internets scheint die letzte Hürde der Verständigung überwunden und das globale Dorf geboren: Utopisten träumen von frei zugänglichen Informationen für alle, ohne Sprachbarrieren, Falschinformationen oder politische Zensur. Ihre Träume sind bis heute aktuell.

Themenraum 3: Suche nach einer anderen Welt

Seit Jahrhunderten erträumen sich die Menschen neue Welten. Als Christoph Kolumbus vor rund 500 Jahren Amerika in den europäischen Blick rückt, verleiht er dem visionären Denken neuen Schub. Für die Menschen eröffnen sich neue Erfahrungshorizonte. Dazu zählen neben den neuen Kontinenten auch die Meere und die Himmelsgestirne.

Die Frage nach anderen Lebensorten verbindet sich mit dem Wunsch nach neuen Gesellschaftsformen. Visionär*innen, Literat*innen und Abenteurer*innen erhoffen sich bessere Zivilisationen. Kritische Denker*innen dagegen befürchten düsteres Leben auf unwirtlichen Planeten oder unter Wasser. Bis heute ist der Traum von einer besseren Gesellschaft in einem neuen Raum ungebrochen: 2034 möchte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA eine Mondstation bauen, um von dort aus den Mars zu erreichen.

 

Themenraum 4: Überwindung von Raum und Zeit

Lufttaxi, Zeitmaschine, Personenrohrpost – so und noch erfindungsreicher stellen sich Visionäre die Transportmittel der Zukunft vor. Ein Ziel haben alle kreativen Vordenker und mutigen Erfinder gemeinsam: die Überwindung von Raum und Zeit.

Vor allem im 19. Jahrhundert wetteifern die Tüftler um Geschwindigkeitsrekorde. Sie erfinden unzählige Transportmittel für Wasser, Straße, Tunnel, Gleise und Luft. Nicht selten werden diese auf abenteuerliche Weise miteinander zu sogenannten „Crossover-Utopien“ kombiniert.

Doch entwickeln nicht nur kühne Bastler, sondern auch Science-Fiction Autoren technische Visionen. Texte, Zeichnungen und Technik inspirieren sich so auf unterschiedlichste Weise gegenseitig.

Poetische Umwege

Kunst steht für die Schöpfungskraft des Menschen, der sich mögliche Welten vorstellt. Schon in den ersten bekannten Höhlenmalereien hielten Menschen mit ästhetischen Mitteln ihre Umgebung fest, ordneten die Dinge darin und erfanden sie neu.

Die internationalen künstlerischen Positionen führen in die Themen der Ausstellung ein und geben Ansätze zum Weiterdenken. Als Schlüsselexponate eröffnen sie einen anderen Zugang zu den präsentierten technischen Visionen. Der Schlüssel zum Wechsel der Sichtweise ist der ermächtigte, der wissende und phantasievolle Mensch, also der Besuchende selbst.

Sechs internationale künstlerische Positionen verdichten die Themenräume, bieten aber gleichzeitig mehr Möglichkeitsraum für ein gedankliches Ab-und Umherschweifen, für ein Kokettieren mit Fakt und Fiktion. Die künstlerischen Exponate stehen so den Exponaten der kulturhistorischen Ausstellung gegenüber, reiben sich an ihnen, tragen über diese hinaus aber ein eigenes Mehr an Poesie, Möglichkeit und Innovation bei. Denn Kunst handelt immer vom Menschen – und um dessen Handlungsmacht geht es in dieser Ausstellung.

Poetische Umwege – Beteiligte Künstler*innen

Aleksandra Domanović: Vukosava 2013/Untitled 2015

EcoLogicStudio: PhotoSynthetica 2020

Antonia Hirsch: Cosmic Nightshade 2014

Hyphen-Labs: Neurospeculative Afrofeminism NSAF 2017

Fabrice Monteiro: The Prophecy 2015

Suzanne Treister: Survivor (F) 2016–2019

Pinar Yoldas: Designer Babies 2013-2016

 

Begleitprogramm

Digital

Audio Walk Mit Kuratorin Katja Weber

Ab dem 25. November ist ein Audio Walk verfügbar, der thematisch in die Ausstellung einführt. In diesem Rundweg stellt die Kuratorin Katja Weber die einzelnen Ausstellungsbereiche und ausgewählte dazugehörige Exponate vor.
www.back-to-future.museumsstiftung.de/audiowalk

Livestream

DI 24. November 2020 | 18.30 – 20 Uhr

Debatten-Dienstag

Der verbesserte Mensch: der Cyborg in uns

In der Reihe zur digitalen Debattenkultur „Wir müssen reden!“ lädt das Museum für Kommunikation zur Online-Diskussion ein – einer Diskussionsmethode, bei der alle mitreden, Ideen einbringen und Fragen an Expert*innen stellen können.

Online Livestreaming mit:

  • llona Nord (Professur, Ev. Theologie, Uni Würzburg)
  • Christopher Coenen (KIT, Leitung „Gesundheit und Technisierung des Lebens“)
  • Elle Nerdinger (Vorsitzende von Cyborg e.V.)
  • Moderiert von Nina Voborsky (Museum für Kommunikation)

Der Cyborg verkörpert den Traum der menschlichen Optimierung, im Unterschied zum Roboter – dem künstlichen Menschen.

Fragen an diesem Debatten-Dienstag:

  • Gibt es heute schon Cyborgs unter uns?
  • Was sind die technischen und ethischen Grenzen des Machbaren?
  • Was macht uns als Menschen aus?

In Kooperation mit der Hessische Landeszentrale für politische Bildung und dem MOK Rhein-Main. Gefördert von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Hinweis: Livestream via FB und auf https://www.lebenx0.de/ (via Livestream.watch)

Lesung mit Dietmar Dath

DO 17. Dezember 2020 | 18.30 Uhr

Vision für eine bessere Zukunft?
Gemeinschaftlich, arbeitsteilig und demokratisch produzieren

Für Dietmar Dath ist Science-Fiction Teil seiner Biografie und weit mehr als Sternenzerstörer und PerryRhodan-Hefte. Sie ist auch Form und Methode, eine Art der Wissensproduktion. Dafür liest er Klassiker genauso wie weniger bekannte Texte, erschließt unbekannte Räume und neue Thesen und überrascht mit Anekdoten und Analysen gleichermaßen. Die Zukunft denken zu lernen, setzt voraus, die Geschichte der Zukunftsvisionen zu verstehen.

kostenfrei, Anmeldung erforderlich: https://eveeno.com/backtofuture_lesung_dath

Oder per E-Mail: veranstaltungen-mkf@mspt.de

 

SpaceNight


FR 29. Januar 2021| 20 Uhr

Multimedialer Themenabend für Informatives, Skurriles und Performatives

Der Traum von fliegenden Autos, von Städten im All und Lebenswelten unter Wasser – alles Zukunftsmusik?

Kunsterfahrung mit Live-Performance: Diese Korrelation öffnet neue Denk- und Reflexionsräume, welche Themenaspekte der Ausstellung als akustisches Erlebnis widerhallen lassen.

In der Reihe Sonic Excursions gibt es eine Grundlagenforschung unbekannter Phänomene. Als Gäste begrüßen wir bei der SpaceNight Günter Schlienz und Hanno Braun, die eine opto-akkustische Installation für Beamer und Synthesizer präsentieren werden.

Günter Schlienz ist Musiker und Historiker. Er lauscht seit über zwei Jahrzehnten mit dem Ohr auf den Schienen der Geschichte und erschafft mit seinen selbstgebauten modularen Synthesizern retrofuturistische Klangwelten. Hanno Braun ist Raumdenker, Visionist und Lebenslehrling. Er schweift seit Äonen zwischen „Projektion und Wahrnehmung“ und kann heute noch nicht beantworten was zuerst da war.

kostenfrei, Anmeldung erforderlich: https://eveeno.com/back-to-future-spacenight

Oder per E-Mail: veranstaltungen-mkf@mspt.de

  1. November 2020 – 29. August 2021
    Back to Future.
    Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität
    Museum für Kommunikation Frankfurt

Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität ist eine Ausstellung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

 

Pressematerial: Pressefotos und Presseinformationen finden Sie ab dem 18. November 2020 in unserem Pressebereich
www.mfk-frankfurt.de/pressemappen

Zur Ausstellung gibt es einen digitalen Expotizer, mit dem die Ausstellung unterhaltsam erkundet werden kann und ergänzende Informationen erhältlich sind.
https://back-to-future.museumsstiftung.de/

Fotos © Sven Moschitz / MSPT

Pressekontakt: Daniel Voigt, Tel.: (0 69) 60 60 350 | E-Mail: d.voigt@mspt.de

 


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