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Übergabe eines Sammlungsobjekts beim Abend für Rudolf M. Heilbrunn an das Jüdische Museum Frankfurt

(Medieninformation PDF)

Bei der Durchsicht der Sammlungen der Museumsstiftung Post und Telekom-munikation (MSPT) entdeckte Provenienzforscher Peter Hirschmiller ein Buch aus dem vormaligen Besitz des Frankfurter Justizrats Dr. Ludwig Heilbrunn. Nach der Aufarbeitung seiner Geschichte wurde es an das Jüdische Museum Frankfurt übergeben, das über eine umfangreiche Sammlung zur Familie Heilbrunn verfügt. Anlässlich der Erinnerung an einen der Söhne Ludwig Heilbrunns, Rudolf M. Heilbrunn, findet nun eine feierliche Übergabeveranstaltung mit einem Gespräch statt.   

Seit 2015 betreibt die Museumsstiftung Post und Telekommunikation Provenienzforschung in ihren Sammlungsbeständen. Im Rahmen dieses durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) geförderten Forschungsprojekts untersuchte Peter Hirschmiller von 2018 bis 2020 die Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.

Hierbei fiel ihm unter anderem der „Handlungs-Addreß-Kalender von Frankfurt (Main) auf das Jahr 1807“ in die Hände. Dieser umfasst nicht nur die Adressen der diversen Frankfurter Handelsfirmen, sondern auch nützliche Informationen über Marktzeiten und jüdische Feiertage, Post- und Kurierrouten, Portopreise, An- und Abfahrtszeiten der Marktschiffe, Quartiereinteilungen der Frankfurter Innenstadt und vieles mehr. Ein kunstvolles Exlibris auf der Innenseite des Buchdeckels wies das Buch als aus dem Besitz des jüdischen Frankfurter Justizrats Dr. Ludwig Heilbrunn stammend aus. Heilbrunn war neben seinem Beruf als Jurist, als Politiker, Autor und Mäzen tätig und spielte im Frankfurter Gesellschaftsleben eine bedeutende Rolle.

Beim Bemühen um eine Restitution des Kalenders und der Suche nach möglichen Erben stellte sich heraus, dass beide Söhne Heilbrunns, Rudolf und Robert, im Jahre 1939 emigriert waren. Während sich Robert in die USA rettete und dort bis zu seinem Lebensende blieb, kehrte Rudolf in den 1960er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland zurück; bis zu seinem Tod 1998 lebte er in Kaiserslautern. Er blieb kinderlos und vermachte sein Familienarchiv und Teile seiner Bibliothek dem Jüdischen Museum Frankfurt. Es erschien also schlüssig, auch den Kalender an das Jüdische Museum Frankfurt zu übergeben. Die Übergabe erfolgte im März 2021.

Anlässlich des 120. Geburtstags von Rudolf M. Heilbrunn, der schon in der Gründungsphase des Jüdischen Museums in den 1980er Jahren in regelmäßigem Kontakt zum Haus stand, findet am Dienstag, dem 20. April im Jüdischen Museum „Ein Abend für Rudolf Heilbrunn“ statt.

Das öffentliche Gespräch mit Provenienzforscher Peter Hirschmiller, der Kustodin für Zeitgeschichte des Jüdischen Museums Heike Drummer und Dr. Corinna Engel, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit des Museums für Kommunikation Frankfurt, wird als Livestream übertragen.

Ein Abend für Rudolf Heilbrunn

  1. April 2021 um 19 Uhr

Livestream aus dem Jüdischen Museum Frankfurt

 

Pressekontakt: Daniel Voigt, Tel.: (0 69) 60 60 350 | E-Mail: d.voigt@mspt.de


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