Jahrhundertelang hatte der Empfänger eines Briefes die Gebühr für dessen Übermittlung zu zahlen. Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch setzte sich in Großbritannien die Vorstellung durch, der Absender habe das Briefporto besser vorab zu entrichten. So kam die erste Briefmarke der Welt, die „Black Penny“, am 1. Mai 1840 in den Verkauf. Abgebildet war der Kopf der Königin Victoria. Es folgten mit eigenen Briefmarken die Schweiz, Brasilien, die USA sowie 1847 die legendäre britische Kolonie Mauritius. 1849 gab Bayern als erstes deutsches Land den „Schwarzen Einser“ heraus.
Briefmarken schreiben Geschichte. Sie erinnern an wichtige Ereignisse, an bedeutende Persönlichkeiten und weisen auf Feste und Gedenktage hin. Sie sind Kulturbotschafter und werben für das jeweilige Land. Selbst soziale Anliegen werden auf Marken „plakatiert“. Auf wenigen Quadratzentimetern bildet sich die Welt wie in einem Brennglas ab.
Neben den „Dauerserien“ der Deutschen Post gibt es jedes Jahr etwa 60 Sondermarken, von denen etwa die Hälfte durch „Wohlfahrtsmarken“ mit zusätzlichem Spendenanteil thematisch bereits festgelegt ist. Für die übrigen Marken kann jeder Bürger Vorschläge machen. Ein Programmbeirat gibt Empfehlungen für das Jahresprogramm ab. Ein Kunstbeirat fordert dann Grafiker zu Entwürfen für neue Marken auf, beurteilt diese und unterbreitet dem Bundesfinanzministerium – dem Herausgeber – einen Vorschlag.