Archiv 2007 – „Der offene Brief. Kämpferische Post von Luther bis Grass“

Offene Briefe sind berühmt als Post an die Mächtigen der Welt. Schriftsteller und andere Intellektuelle benutzen sie gerne, um auf politische Ereignisse aufmerksam zu machen und ...

... die beteiligten Akteure zu einer Reaktion aufzufordern. Ihre Autoren verwenden die äußere Form des Briefes; sie werden dem Adressaten gegebenenfalls sogar per Post zugestellt. Durch die öffentliche Verbreitung in Flugschriften, Zeitungen, im Radio oder im Internet werden sie aber zum offenen Brief: Die Öffentlichkeit ist der zweite, meist wichtigere Adressat. Die Ausstellung „Der offene Brief. Kämpferische Post von Luther bis Grass“, die das Museum für Kommunikation Frankfurt vom 30. November 2007 bis 3. Februar 2008 zeigt, stellt die publizistische Form des offenen Briefes in der europäischen Neuzeit anhand von sechzig prominenten Beispielen dar. Kuratiert wurde die Schau vom Publizisten und Literaturwissenschaftler Rolf-Bernhard Essig. Die Spanne reicht von den offenen Briefen der Reformationszeit über Émile Zolas „J'accuse“ (1898) und Thomas Manns „Brief an den Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Bonn“ (1937) bis hin zu Beispielen aus der jüngsten Zeit, etwa von Marcel Reich-Ranicki und Angela Merkel. Ein Kaffeehaustisch mit allerlei Faksimiles, ein Computer mit offenen Briefen aus dem Internet und eine Hörstation mit Beispielen von Grass, Walser und Carl Amery laden besonders dazu ein, sich mit den Texten auseinanderzusetzen.








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