Bei weiblichen Jugendlichen geht man von über 40% sogenannter Körpermodifikationen aus. Das Phänomen des Tätowierens und Piercings scheint langsam in der Gesellschaft eine gewisse Akzeptanz erfahren zu haben, was jedoch nicht zu allen Zeiten so war, vor allem nicht in unserem Kulturkreis. Die Ausstellung „Unter die Haut: Tattoo & Piercing in 20 Porträts“, die vom 1. Februar bis 15. April 2007 im Museum für Kommunikation Frankfurt gezeigt wird, widmet sich dem aufkommenden Boom der Körpermodifikation in der Jugendkultur heute und regt zu der Frage an, wie wir das tradierte Bild von Piercing und Tattoo in Einklang bringen können mit dieser Mode? Wie kann überhaupt etwas Mode werden, das zugleich für die Ewigkeit gedacht ist? 20 sehr persönliche Porträts – Großfotos und ausführliche Interviews – laden ein, sich mit den unterschiedlichen Motiven von Menschen, die ihren Körper verändert haben, auseinanderzusetzen. Was waren die Gründe, was wollen sie kommunizieren?
Priv.-Doz. Dr. med. Aglaja Stirn, Leiterin des Bereiches Psychosomatik an der Uniklinik Frankfurt, forscht seit Jahren über das Thema, hat gepiercte und tätowierte Menschen interviewt und die erste repräsentative Umfrage in Deutschland vorgelegt. 20 von ihnen hat sie gemeinsam mit dem Fotografen Oli Hege eigens für die Ausstellung fotografiert.
