Archiv 2006 – „Unvergessliche Augenblicke – Die Inszenierung von Medienereignissen“

Die Ausstellung thematisierte das Verhältnis von Medien und Ereignissen im Wandel der Zeit und geht der Frage nach: Was macht ein Geschehen zum Medienereignis?

Die Mondlandung fand nicht nur auf dem Mond statt, die Öffnung der Berliner Mauer nicht nur vor dem Brandenburger Tor und die Terroranschläge vom 11. September nicht nur in den USA. Menschen rund um den Erdball konnten die Ereignisse fast zeitgleich miterleben. In Form von Bildern und Berichten der Massenmedien wurden sie für viele zu unvergesslichen Augenblicken. Doch nicht erst seit dem 20. Jahrhundert gibt es solche Medienereignisse. Die Zerstörung der Bastille oder das Erdbeben von Lissabon bewegten zu ihrer Zeit ebenfalls die medial erreichbare Welt. Die Ausstellung „Unvergessliche Augenblicke. Die Inszenierung von Medienereignissen“, die vom 9. November bis 3. Dezember 2006 im Museum für Kommunikation Frankfurt gezeigt wird, thematisiert das Verhältnis von Medien und Ereignissen im Wandel der Zeit und geht der Frage nach: Was macht ein Geschehen zum Medienereignis?

Sie stellt beispielhaft die zentralen Aspekte der Inszenierung von Medienereignissen und ihre historische Veränderung dar: von der Stürmung der Bastille im Jahre 1789 über den zweihundert Jahre später stattfindenden Fall der Berliner Mauer bis hin zum Gladbecker Geiseldrama. Medien können jedoch auch selbst zu Ereignissen werden. Die Einführung des Farbfernsehens in Deutschland war eine solche mediale Selbstinszenierung. Vizekanzler Willy Brandt gab am 25. August 1967 durch einen symbolischen Druck auf einen roten Knopf den Start für das Farbfernsehen.

Besucher können in der Ausstellung neben Fotos, Grafiken, Filmbeiträgen auch verschiedene mediale Inszenierungen der Bastille bestaunen, darunter einen Originalstein der Bastille, aber auch die Arbeitsweise eines Geräuschemachers kennenlernen und sich selbst an der Vertonung eines Filmes erproben.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit Stipendiaten des Gießener Graduiertenkolleges „Transnationale Medienereignisse von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen entstanden und beruht auf Forschungsarbeiten der Kollegiaten.








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