Die Telegrafie änderte das Nachrichtenwesen im 19. Jahrhundert grundlegend. Gemeinsam mit der Erfindung der Eisenbahn setzte sie Raum und Zeit in ein völlig neues Verhältnis. Weit entfernte Ereignisse waren plötzlich ganz nah.
Im Frankreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts entwickelte Claude Chappe ein optisches Signalsystem, das die Übermittlung von rund 250 Zeichen und Begriffen erlaubte. Damit konnten erstmals Nachrichten komplexen Inhalts mithilfe der auf Sichtweite hintereinander installierten Zwischenstationen über größere Entfernungen rasch und fehlerfrei übertragen werden.
In Deutschland ist die Einführung der elektrischen Telegrafie untrennbar mit dem Namen Werner Siemens verbunden, der zusammen mit dem Mechaniker Johann Georg Halske einen Zeigertelegrafen mit elektromagnetischer Selbstunterbrechung konstruierte, mit dem sich Sende- und Empfangsapparat präzise synchron schalten ließen. Einen radikal vereinfachten Zeichencode erfand Samuel Morse. Sein 1845 patentierter Empfangsapparat registrierte nur noch die tatsächlich eintreffenden Stromimpulse.
Titanic-Telegramme (14./15. April 1912)
„Sinking, want immediate assistance!“, lautete der ebenso knappe wie dramatische Funkspruch, der sich auf dem Formbogen der „Marconi International Marine Communication“ protokolliert findet.
Telegrafie, Fernschreiber, Kabel, Enigma, Titanic-Telegramme