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Werbeplakat für den Eurosignal-Dienst, Lintas, 1989, 4.2008.691

Per „Piep“ überall erreichbar!

Vor 35 Jahren wurde der Europäische Funkrufdienst eingeführt

„Das Gerät ist leicht, handlich und kann überall hin mitgenommen werden. Außerdem kostet das Empfangsgerät nur etwa soviel wie ein gutes Farbfernsehgerät.“ 
So schrieb „Die Zeit“ 1974 über den Europäischen Funkrufdienst, der am 23. April desselben Jahres in Deutschland seinen Dienst aufgenommen hatte.

Überall erreichbar zu sein – diesen Wunsch konnte zwar das bereits existierende Mobilfunknetz erfüllen, aber zu horrend hohen Kosten. Eurosignal bot hier eine preiswertere Alternative. Im Gegenteil zum Mobilfunk waren jedoch das Absenden von Nachrichten und die Übermittlung von Sprachnachrichten nicht möglich. Ein Anruf bei einer der maximal vier unterschiedlichen Funkrufnummern je Eurosignal-Empfangsgerät wurde akustisch („Piepsen“) und optisch angezeigt. Zuvor mussten sich also Empfänger und Anrufer einigen, welche Bedeutung die entsprechende Rufnummer hatte.

Entgegen seinem viel versprechenden Namen wurde Eurosignal nur in Deutschland sowie in Frankreich und der Schweiz realisiert. Empfangsschwierigkeiten sowie der Wunsch, komplexere Nachrichten übertragen zu können, führten 1989 in der Bundesrepublik zur Einführung des „Cityruf“. Am 31. März 1998 wurde Eurosignal in Deutschland eingestellt. Vielen ist Eurosignal vor allem durch das „Gedudel“ im Radio in Erinnerung geblieben. Der Frequenzbereich, in dem Eurosignal funkte, lag nämlich so, dass die niedrigsten UKW-Frequenzen häufig „gestört“ wurden.

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