Seine steile Karriere begann das Radio nach dem Ende des Ersten Weltkrieges als Hinterlassenschaft moderner militärischer Fernmeldetechnik. Am 29. Oktober 1923 nahm die „Radio Stunde AG“ aus den provisorischen Studioräumen des Berliner Vox-Hauses den ersten regelmäßigen Hörfunkprogrammdienst Deutschlands auf.
Aufgrund eines Mangels an industriell vorproduzierten Rundfunkempfängern sowie aus Kostengründen bauten viele Hörer in der Anfangszeit des Radios ihre Geräte in beschwerlicher Heimarbeit selbst. Nichtsdestotrotz hatte die Zahl der angemeldeten Hörer schon Ende 1925 die Millionenschwelle überschritten, das regelmäßige Programmangebot erreichte einen täglichen Umfang von rund sechs bis neun Stunden. Die Niederlage Deutschlands 1945 bedeutete das vorläufige Aus für den hiesigen Rundfunk, der sich erst im Rahmen des Wirtschaftswunders der 1950er Jahre wieder entfaltete.
Die zunehmende Akzeptanz des Mediums Fernsehen führte in der Bundesrepublik in den 1960er Jahren nicht nur zu einem wachsenden Verlust an Radiohörern. Es wandelte sich stattdessen auch Funktion und Rezeptionsgewohnheiten: Der Hörfunk beanspruchte nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit, sondern wandelte sich zum Hintergrundmedium und fungierte als eine Art „Alltagsbegleitung“.
Volksempfänger VE 301 (ab 1933)
Goebbels Maxime „Rundfunk in jedes Haus“ wurde während des Zweiten Weltkrieges durch die massenhafte Herstellung billiger Kleinradios forciert: die Volksempfänger.